12.02.2026
Stellungnahme der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie zur ambulanten Durchführung von Brustkrebsoperationen
Die Schweizerische Gesellschaft für Senologie (SGS) nimmt gemeinsam mit medizinischen Fachgesellschaften und Europa Donna Schweiz Stellung zur geplanten Ausweitung ambulanter Brustkrebsoperationen in den Kantonen Luzern und Zug im Rahmen der Initiative «ambulant vor stationär» (AVOS).
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der Schweiz. Obwohl ambulante Operationen in bestimmten Ländern möglich sind und einzelne Patientinnen dies wünschen, bestehen derzeit aus medizinischer, pflegerischer und psychosozialer Sicht erhebliche Bedenken. Kritisch gesehen werden insbesondere die fehlende postoperative Betreuung, unzureichende psychologische Unterstützung, mögliche Überforderung von Patientinnen und Angehörigen sowie ein starkes Ungleichgewicht in der Vergütung ambulanter Leistungen.
Die SGS zeigt sich grundsätzlich offen für eine zukünftige, differenzierte Ambulantisierung bei klar definierten Eingriffen und geeigneten Patientinnen. Zum jetzigen Zeitpunkt lehnt sie eine verpflichtende oder ausgeweitete ambulante Durchführung von Brustkrebsoperationen jedoch klar ab. Voraussetzung für eine spätere Umsetzung wären der Aufbau flächendeckender ambulanter Nachsorgestrukturen, eine angemessene tarifliche Abgeltung sowie die Sicherstellung medizinischer Qualität und Patientinnensicherheit.