Mammographie-Screening wird kassenpflichtig

(sda) Frauen über 50 können alle zwei Jahre auf Kosten der Krankenkasse eine Mammographie durchfuhren lassen. Der Bundesrat hat eine Verordnung erlassen, mit der Reihenuntersuchungen zur Brustkrebs-Früherkennung auf den 1. Juli kassenpflichtig werden. Pro Jahr sterben in der Schweiz über 1400 Frauen an Brustkrebs. Weil es zurzeit noch keine Präventivmassnahmen gegen die Erkrankung gibt, kann die Todesrate nur dank einer frühzeitigen Diagnose gesenkt werden. Ermöglicht wird diese Diagnose durch das Röntgen der Brust (Mammographie).

Um eine möglichst grosse Zahl von Frauen zu erreichen, hatte der Bundesrat das Mammographie-Screening in den Leistungskatalog der obligatorischen Krankenversicherung aufgenommen. Danach können Frauen ab dem 50. Altersjahr alle zwei Jahre eine von der Grundversicherung bezahlte Mammographie durchfuhren lassen.

Die Leistungspflicht wurde aber an das Vorliegen eines gesamtschweizerischen Vertrags zur Qualitätssicherung gebunden. Weil bis Anfang 1999 kein solcher Vertrag zustande kam, hat der Bundesrat nun in einer Verordnung die Mindestanforderungen an Programme für Mammographie-Reihenuntersuchungen festgelegt.

Nach der am 1. Juli in Kraft tretenden Verordnung dürfen an den Programmen nur Spezialisten und Spezialistinnen teilnehmen, die sich zur Mitwirkung an der Qualitätssicherung verpflichten. Jede Mammographie muss auch noch durch eine zweite Ärztin oder einen zweiten Arzt interpretiert werden. Kolloquien sollen einen Lernprozess ermöglichen.

Wie günstig das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Programme ausfällt, wird massgeblich von den Tarifen abhängen, die von Kassen und Ärzteschaft noch auszuhandeln sind. Aufgrund einer Evaluation soll 2007 entschieden werden, ob die Screening-Mammographie im Leistungskatalog der obligatorischen Krankenversicherung bleibt.

Für Frauen unter 50 bleibt es bei der bisherigen Regelung. Hier übernimmt die Krankenkasse die Kosten maximal einer vorsorglichen Mammographie pro Jahr, wenn Brustkrebs bei der Mutter, der Schwester oder der Tochter der Patientin aufgetreten ist. Die Anordnung des Arztes allein genügt nicht.

Heed

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